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Keys
5/02, Kaufberatung Linemischer
Ulf
Kaiser
Der
Grapevine Keymix 6 ein gutes Beispiel für einen vorbildlichen
Linemixer: Komplett symmetrische Signalführung und Mikrofoneingang
mit Phantomspeisung. (KEYS 5/02)
KLEINE
RACKER
Wer
externes Equipment nutzt, muss Signale über Mischpulte zusammenführen.
Nicht immer ist jedoch eine große Konsole gewünscht.
Es gibt Fälle, da reichen einfache Drehregler pro Kanal aus.
Zeit also, die Bambinoklasse der Mischpulte unter die Lupe zu nehmen:
Rackmixer mit einem Platzbedarf von nur einer Höheneinheit.
Typische
Sonderfunktionen, wie vielseitige EQs, zahlreiche Auxwege und Busse,
lange Fader oder eine umfangreiche Pegelkontrolle sind entbehrlich,
wenn das Budget oder der vorhandene Platz Kompromisse erfordern.
Vielleicht besitzen Sie ja schon ein Mischpult und wollen, trotz
des gerade angeschafften neuen Synthesizers, nicht gleich ein größeres
Gerät im Heimstudio unterbringen.
Ebenso
wenig möchten Sie im Falle eines Live-Auftritts Ihr Mischpult
auf die Bühne wuchten. Der Griff zum kleinen Rackmixer ist
da nahe liegend. Grundsätzlich gibt die Bauform weder ein spezielles
Einsatzgebiet vor, noch erlaubt sie einen Rückschluss auf die
Klangqualität. Auch in der Kompaktklasse gibt es Einsteiger-
und Edelmodelle und sogar eine ganze Reihe spezieller Problemlöser.

Einsatzgebiete
Auf
der Bühne und im Proberaum erweisen sich Rackmischer als ideales
Werkzeug für den Keyboarder: Die Synthesizer-Signale werden
vorgemischt. Besonders bei Konzerten wird der angeheuerte Tontechniker
dankbar sein, wenn er keine sechs bis acht zusätzlichen Kanäle
des Keyboarders kontrollieren muss. Kommen Sie aber nicht auf die
Idee die Saal- oder Monitoring-Konsole durch einen Rackmixer zu
ersetzen: Ohne EQs endet das mit Sicherheit in einer Feedback-Orgie.
Ein
regelbarer Kopfhöreranschluss ist live ein Segen. Er erlaubt
verbesserte Signalkontrolle bei ungünstigen akustischen Bedingungen
und hilft bei der Fehlersuche. Auch ein Effektweg oder ein zusätzlicher
Ausgang erhöht die Flexibilität. Er gestattet darüber
hinaus auch einen zweiten Mix beispielsweise für eine Monitoranlage.
Robuste Bauweise, ein internes Netzteil und symmetrische Ausgänge
sind weitere Kriterien, die im Mobilbetrieb einen Aufpreis rechtfertigen.
Sehr
sinnvoll ist die Kombination von Rackmixer und Mehrspur-Recorder.
An die Ausgänge eines ADAT- oder DTRS-Recorders angeschlossen
sorgt man für eine Platz sparende Abhörmöglichkeit
der Aufnahme. Auch eingangsseitig kann manches Modell die oft notwendige
Mikrofonvorverstärkung bereitstellen.

Natürlich
ist man aber nicht nur für Auftritte unterwegs. Manch einen
verschlägt es beruflich temporär in andere Gegenden, andere
wünschen sich das mobile Setup für die Reise ins Ferienhaus.
Auch hier gestatten Rackmixer Pegelkontrolle über das gesamte
Equipment, unabhängig ob es sich um Synthesizer, Gitarren,
Mikrofone oder Kassettenrecorder handelt.
Auch
im Studio kann es nützlich sein, Signale über einen Submischer
zusammen zu fassen. Wer auf der voll belegten Hauptkonsole Platz
schaffen muss, der wird in vielen Fällen über Ausweichmöglichkeiten
mehr als dankbar sein. Im Falle von Synthesizern kann man eher als
bei akustischen Instrumenten auf die obligatorische Klangregelung
verzichten. In diesem Fall ist ein eingebauter Auxweg wünschenswert,
um bei Bedarf ein eigenes Effektgerät zum Einsatz zu bringen.
Ein
anderes Paradebeispiel sind die Rückführungen von externen
Effektgeräten. Wer alle Auxwege nutzt, muss eventuell wichtige
Hauptkanäle verwenden, um die Effekte zurück ins Pult
zu bringen. Wie gerufen kommt da der kleine Submixer mit seinem
Stereo-Ausgang.
Bleibt
schließlich noch der musikalische Einsteiger und Minimalist.
So ist es inzwischen keine Seltenheit mehr, dass ein Großteil
der Klangerzeugung aus der Soundkarte des Rechners ertönt.
Dem Rackmixer kommt in diesem Fall oft die Funktion einer Pegelsteuerung
der Abhörlautstärke zu, mit dem praktischen Bonus, weitere
Signalquellen zusatzlich parat haben zu können: den eigenen
CD-Player, die Gitarre oder den Synthesizer des Nachbarn. Und hat
man erst die Nachbarin in die klingende Wohnstube gelockt, ist der
Mic-Preamp für die Gesangsaufnahme nicht nur Geld, sondern
Gold wert!

Wer
ein Kondensatormikrofon einsetzen möchte, der sollte auf eine
eingebaute Phantomspannung achten, ohne die das Mikrofon stumm bleibt.
Wie zuvor erwähnt, würde auch in diesem Fall ein Auxweg
den Einsatz eines externen Effekt-gerätes ermöglichen,
falls die CPU mal nicht mehr genügend Pluglns berechnen kann.
Oder Sie nutzen die Effektreturns einfach als zusätzliche Eingänge
- Inputs kann man nie genug haben.
Fazit
Rackmixer können in den unterschiedlichsten Umgebungen sinnvoll
ihre Dienste verrichten. Das zentrale Kaufargument bleibt jedoch
der geringe Platzbedarf der kompakten Geräte. Obwohl wünschenswert,
findet sich nur in nur in den seltensten Fällen eine Klangregelung:
ein Tribut an die Größe.
Mikrofoneingänge
bedeuten nicht zwangsweise einen höheren Kaufpreis. Guten Kondensatormikrofonen
sollten Sie allerdings einen Vorverstärker der gehobenen Klasse
und eine voll symmetrische Signalführung gönnen, wie sie
etwa der Keymix 6 von Grapevine oder der Rane MLM 82a bieten. Dabei
gilt, wie in vielen Fällen: Das Budget entscheidet wesentlich
über die Funktionalität. So gibt es Unterschiede in der
Kanalanzahl, -ausstattung, Signalführung und natürlich
im Preis.

Markt
& Meinung
Volker
Sauerbrey vom Musikhaus Thomann in Burgebrach:
Der ideale Linemixer sollte mindestens drei Stereo-Kanäle
und zwei Mono-Eingänge besitzen, ein bis zwei Mikrofoneingänge
mit EQ und 48-V-Phantomspeisung, Insertwege für die Mikrofon-Eingänge
ein Main-Insert ist wünschenswert. Ebenso sollte mindestens
ein regelbarer Auxweg, Volume- und Panorama-Regler zur Ausstattung
gehören. Bei den Kundenwünschen steht die Kanalanzahl
ganz oben, dicht gefolgt von Mikrofoneingängen und Auxwegen
und Klang. Im Moment sind die gefragtesten Mixer der MAM SLE82,
Behringer MX882 und der Grapevine Keymix 6.
Axel Urban, Leiter der Studio- und Keyboardabteilung von Musik
Produktiv in Ibbenbüren, sieht einen Bedarf an kompakten Linemixern.
In den meisten Fällen freut sich der Musiker bei dieser
Gerätekategorie über eine möglichst große Anzahl
Stereokanäle, aber natürlich auch über Extras wie
Auxweg, EQ und Monitorweg. Eine Pegelanzeige sollte meiner Meinung
nach zum Standard gehören. Unser Bestseller ist derzeit der
Grapevine Keymix 6, ein Gerät mit tollen Features, Mic-Preamp
und SPL-Sound!

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